Im Zeichen des Farnkrauts

Das 11. Hüttenfest des Thüringerwald-Vereins Asbach war mit dem 15. Treffen der Zweigvereine des Gesamtverbandes verbunden und lockte zahlreiche Gäste auf den Bockarschberg.

Vertreter der Thüringerwald-Vereine aus Bad Blankenburg, Brotterode, der Hörselberggemeinde, Ilmenau, dem Saargrund, Schmalkalden, Steinbach-Hallenberg und Asbach feierten gemeinsam. Foto: Annett Recknagel

Asbach / Juli 2016  Als Peter Heilgeist am Sonntag gen Himmel schaute, fiel ihm ein Felsbrocken vom Herzen. „Ich hab heute Nacht noch gezittert“, verriet er zum 11. Hüttenfest des Thüringerwald-Vereins „Asbacher Berge und Umgebung“. Eben, weil das Sommerfest mit dem Treffen der Zweigvereine des Gesamtverbandes kombiniert war, durfte es keinesfalls regnen. Umso verständlicher die Aufregung des Vereinsvorsitzenden. Letztlich aber funktionierte alles bestens und Heilgeist konnte zehn Abordnungen der Zweigvereine auf dem Hüttengelände am Bockarschberg begrüßen. Dazu kamen weitere Wandervereine aus der Region und auch Mitglieder einheimischer Vereine schauten bei dem Fest vorbei. Die meisten waren gewandert und kannten sich.

Freudig war das Wiedersehen alter Bekannter. „Das hier sind unsere Nachbarn“, meinte Peter Heilgeist und zeigte auf die Abordnung der Hörselgemeinde. Die sechs Damen und Herren hatten am Vortag noch ihr eigenes Sommerfest gefeiert, sich aber trotzdem zum Treffen nach Asbach aufgemacht. „Weil ihr so lieb hier seid“, schmeichelte Hans-Joachim Saalfeld und hatte die Lacher auf seiner Seite. In ihren türkisfarbenen Shirts fiel die Gruppe auf. Die Asbacher selbst trugen leuchtendes Grün.

Ein etwas dunkleres Grün schmückte die Bad Blankenburger, dessen Vorsitzender Jürgen Theile vom Lavendelfest berichtete. Aus gegebenem Anlass hatte er eine alte Fahne mit dem Logo des Thüringerwald-Vereins, dem Farnkraut, mitgebracht. „Die habe ich 1994 vom damaligen Vorsitzenden des Gesamtverbandes, Wolfgang Süße aus Coburg, bekommen“, erzählte Theile, der selbst dem Gesamtverband lange Zeit vorstand. Die Fahne sei in schwarz weiß gewesen, er habe sie mit Farbe versehen. Seitdem führte man sie als Aushängeschild bei Wanderungen und Ausflügen in ganz Deutschland mit. „2006 hatten wir sie sogar zum europäischen Wandertag in Budweis dabei“, erinnerte sich Theile. Fünf Jahre später sollte die Fahne mit nach Spanien genommen werden. „Leider durfte sie nicht ins Flugzeug“, so der Bad Blankenburger. Seine Gruppe hatte 80 Kilometer Fahrweg nach Asbach in Kauf genommen.

Nur zehn Kilometer weniger waren die Wanderfreunde aus dem Saargrund gefahren. Mit 23 Damen und Herren stellten sie eine sehr große Gruppe. „Das ist Ehrensache“, verkündete Pressewart Detlef Heß und berichtete von fünf Treffen der Thüringerwald-Vereine, die auf dem Bleßberg im Saargrund stattgefunden hatten. Obwohl man mit einem Bus unterwegs war, machte man zunächst Station im Schaubergwerk im Finstertal und lief anschließend entlang des Naturlehrpfades zum Vereinsgelände der Asbacher Wanderfreunde. „Wir sind seit 8 Uhr unterwegs. Hier ist alles schön und gut, das Wetter passt, die Verpflegung ist ausgezeichnet“, so Heß.

Weil man schon um die Mittagszeit viele Gäste erwartet hatte, boten die Asbacher ihren Besuchern diesmal außer Bratwürsten auch Gulaschsuppe an. Nicht vergessen werden dürfen die Wanderfreunde der Thüringerwald-Vereine aus Brotterode, Steinbach-Hallenberg, Floh und Schmalkalden.

Natürlich war auch Rolf Hesse als Vorsitzender des Gesamtvereins unter den Gästen. Allerdings konnte er diesmal nicht nach Asbach wandern. „Laufen geht noch, nur wandern nicht“, meinte der Schmalkalder und verwies auf seinen kranken Zeh. Im August will Hesse sämtliche ausgefallene Kilometer nachholen. „Dann geht es auf den Kammweg vom Vogtland ins Erzgebirge“, kündigte er an. Über das Vereinstreffen in Asbach war er voll des Lobes. „Schön, wenn man sich einmal im Jahr sieht. Das fördert die Gemeinschaft“, stellte er heraus.

In den Nachmittagsstunden waren alle aufgestellten Plätze besetzt. Selbst Landrat Peter Heimrich, Bürgermeister Thomas Kaminski und sein Stellvertreter Stefan Svoboda waren gekommen. Einen musikalischen Höhepunkt hielt eine Bläsergruppe der Kreisjägerschaft bereit. Insgesamt zählten die Organisatoren um die 300 Gäste. „So viele hatten wir noch nie bei uns“, resümierte Heilgeist.

30 Helfer sorgten für einen planmäßigen Ablauf des Festes. Auch der Heimat- und Bergbauverein unterstützte die Gastgeber. Die beiden jüngsten Vereinsmitglieder, Mathilda und Walter (sieben und zehn Jahre alt), hatten ihren Spaß beim Erkunden des Geländes. Das Kuchenbüfett war dank fleißiger Wanderfrauen sehr reichhaltig.

Für die Asbacher selbst ist das Hüttenfest der Höhepunkt im Wanderjahr. Als zweite große Sache bezeichnete Peter Heilgeist die im September geplante Wanderwoche. Diesmal führt sie in den Bayerischen Wald. 35 Damen und Herren haben bereits zusagt.

Quelle: www.insuedthueringen.de / Annett Recknagel


Verein freut sich über Nachwuchs

Wanderungen, Stammtische und Feste gab es beim Thüringerwald-Verein Asbach im vorigen Jahr ausreichend. Peter Heilgeist als Vorsitzender sprach von einer abwechslungsreichen Zeit.

Für ihr Engagement ausgezeichnet wurden: André Eck, Thomas Kaminski, Doris Cramer, Ralf Weyrauch und Klaus Kaufmann (von links).

Asbach / Januar 2017  „Unser eigenes Abzeichen“ – Mathilda war schon stolz und ihr Bruder Walter steckte sich das Erkennungszeichen der Mitglieder des Thüringerwald-Vereins sofort ans schicke Hemd. Bekommen hatten die beiden die kleine Plakette von Peter Heilgeist. Der Vorsitzende des Thüringerwald-Vereins Asbach nahm die zwei Kinder damit in die Reihen des Vereins auf. Auch Betty Fleischmann gehört ab sofort dazu und bekommt das Abzeichen nachgereicht. Natürlich sind die Familien der drei Kinder ebenfalls im Thüringerwald-Verein organisiert. Die beiden Muttis bekamen ihren Mitgliedsausweis – die zwei Papas haben ihn schon.

Bürgermeister Thomas Kaminski hatte das Prinzip erkannt und meinte in seinem Grußwort: „Die Männer wurden zum Testen vorgeschickt.“ Im vorigen Jahr konnte der Thüringerwald-Verein Asbach acht neue Mitglieder in seinen Reihen begrüßen. Damit gelang eine Verjüngung. Das Durchschnittsalter der 72 eingetragenen und sieben fördernden Mitglieder liegt ab sofort bei 68,7 Jahren und nicht mehr wie zuvor bei 70,9 Jahren. Dass der Verein als Treffpunkt gleichgesinnter Menschen durchaus „angesagt“ ist, bewies Heilgeist mit seinem Jahresbericht, in dem er einen Abriss aller Wanderungen und kultureller Veranstaltungen 2016 gab. Höhepunkte gab es im Jahr gleich mehrere. Als sehr gelungen stellte Peter Heilgeist das elfte Hüttenfest am Bockarschberg heraus. Verbunden war es im vorigen Sommer mit dem Wandertreffen der Zweigvereine des Thüringerwald-Vereins. Und so verlebten mehr als 300 Gäste einen gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen und erfreuten sich an einem Programm, bei dem unter anderem die Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft Schmalkalden zum Zuge kamen.

Nicht minder attraktiv wurde der dreitägige Besuch der Wanderfreunde vom Knüllgebirgsverein aus Frielendorf in Asbach bewertet. „Wir haben uns die allerbeste Mühe gegeben“, sagte Heilgeist und erinnerte die Anwesenden noch einmal an eine gemeinsam erlebte Stadtführung, eine Wanderung am Rennsteig, einen Grillabend, eine Werksbesichtigung der Firma Polstermöbel Dietsch, einen Spaziergang im Stadtpark und eine Führung in der Viba Nougat-Welt.

Ein weiteres Event führte 26 Vereinsmitglieder und neun Gäste Anfang September in den Bayerischen Wald, wo eine Wanderwoche verlebt wurde. Sehr gut bei den Vereinsmitgliedern angekommen seien alle übers Jahr durchgeführten 31 Veranstaltungen. Hier rief Heilgeist Stammtische, Vereinstreffen mit befreundeten Wandervereinen und anderen Vereinen wie dem Hessischen Geschichtsverein und dem Förderverein der Weidenschule in Asbach sowie dem Heimat- und Bergbauverein in Asbach noch einmal ins Gedächtnis. Durchschnittlich waren 40 Teilnehmer bei jeder Veranstaltung dabei.

An den 20 Wanderungen über insgesamt 198 Kilometer beteiligten sich durchschnittlich 23 Damen und Herren. Auch damit zeigte sich der Vorsitzende recht zufrieden. Einige Fußmärsche sprach er noch einmal gesondert an. Die Anwanderung beispielsweise hatte in die Rhön geführt. Auch am Thüringer Wandertag in Holzhausen nahmen die Asbacher teil. Die leistungsstärkeren Wanderfreunde begaben sich im Frühherbst auf eine 20 Kilometer lange Tour nach Luisenthal. Zum Abschluss des Schmalkalder Wandersommers marschierten die Asbacher ins Roßbach. Und auch um das Bergwerk „Volle Rose“ bei Ilmenau schaute man sich wandernd um. Nicht zu vergessen ist auch das Grubenfest im Finstertal, bei dem die Wanderfreunde auch 2016 wieder tüchtig mithalfen. Ganz besonders gern erinnert sich der Vereinsvorsitzende an das Ende des vorigen Schuljahres, als die Weidenschule auf dem Vereinsgelände ihr Sommerfest feierte. „So viele Kinder mit Eltern, Großeltern und Lehrern hat dieser schöne Platz noch nie gesehen“, stellte der Vorsitzende heraus und sprach von einer beginnenden Zusammenarbeit. Denn auch in diesem Sommer wollen die Mädchen und Jungen der Weidenschule, die jetzt in Asbach untergebracht ist, dort wieder ihr Sommerfest feiern. Bürgermeister Thomas Kaminski hatte in seinem Grußwort ohnehin darauf hingewiesen, die Zusammenarbeit mit dem neuen Kinderbildungszentrum zu forcieren – wobei er diesbezüglich an alle Asbacher Vereine appellierte. Beim Thüringerwald-Verein biete sich die Thematik Naturschutz natürlich besonders gut an.

Nicht ausgespart hat Heilgeist in seinem Bericht die sechs Arbeitseinsätze auf dem Vereinsgelände, die mit insgesamt 268 freiwilligen Stunden verbucht sind. Hier galt es insbesondere, die Heizung in der Hütte umzubauen. Der bisherige Ölofen wurde durch einen mit Holz zu beheizenden Kaminofen ersetzt. In diesem Jahr, das versicherte der Bürgermeister, soll sich um einen Wasseranschluss für die Hütte bemüht werden.

Quelle: www.insuedthueringen.de / Annett Recknagel

error: Content is protected !!